Die Vielfalt der Front-Office Anwendungen erschwert bzw. verhindert mitunter den Informationsaustausch zwischen den Stationen.
Jede Station verfügt über eigene Anwendungen. Die in diesen Anwendungen enthaltenen Informationen betreffen entweder nur die Station selbst oder müssen mit
anderen Stationen geteilt werden, die den gleichen Patienten behandeln.
Außerdem handelt es sich bei manchen dieser spezifischen Anwendungen aus der Sicht des zentralen Informationssystems um unzugängliche Black Boxes, die sich
selbst verwalten (jedoch leider nicht selbst korrigieren).
Da die Anwendungen isoliert voneinander arbeiten, wird das Patientenmanagement zwischen den Stationen beeinträchtigt. Deshalb werden bei Anfragen zwischen Stationen Papierformulare eingesetzt. Oft verbringen Krankenschwestern die Hälfte ihrer Arbeitszeit damit, die Vollständigkeit einer Patientenakte, die Durchführung angeforderter Untersuchungen und den Erhalt der Befunddaten zu überprüfen.
Die Akte eines Krankenhauspatienten ist darauf ausgelegt, dieser Forderung nach gesteuertem Datenaustausch nachzukommen. Es handelt sich hierbei um eine zentrale Applikation, die alle erforderlichen Einzelheiten über Diagnose und Therapie enthält, um die Behandlung des Patienten zu koordinieren: Befunde, Protokolle, Analysedaten usw. In der Regel sind auch
Synthesen der Daten enthalten. Diese Anwendung kann außerdem mit einem Befundserver verknüpft werden, der
eine komplette Diagnose bzw. sämtliche Untersuchungsergebnisse enthält.